Arbeiten mit Ton

Um kreative Prozesse in Gang zu setzen ist es von Vorteil, den kognitiv bewussten Bereich des Gehirns zu Gunsten des Unbewussten auszublenden. Dafür halte ich das Material Ton als besonders geeignet, denn sein Aufforderungscharakter birgt das grösste Potenzial des Loslassens von Erwartungen.

Was ich damit sagen will? Der Werkstoff Ton fordert uns geradezu dazu auf, ihn zu kneten und zu formen. Oft braucht es gar nicht viel – und wie von selbst entsteht etwas. In diesen Momenten sind wir wertfrei, lassen uns von unbewussten Gefühlen treiben und sind fähig, einfach zu geniessen – eine der wichtigsten Vorraussetzungen überhaupt, um kreativ zu sein.

Beim Umgang mit Ton – kneten, rollen, reissen, klopfen, schlagen, drücken – steht nicht das Ergebnis, nicht das «bewertete» Produkt im Vordergrund, sondern das Fühlen und Erleben, das Experimentieren und das Ausagieren ohne Ergebniszwang.